Bach-Blüten

In den 1930er Jahren entdeckte der englische Arzt und Homöopath Dr. Edward Bach wild wachsende Pflanzen, die sich positiv auf ungünstige mentale-motionale Zustände, wie zum Beispiel Angst oder Ungeduld, auswirken. Es gelang ihm, aus 36 Pflanzen und Quellwasser, ein einfaches, sicheres und ganzheitliches System zu entwickeln, das leicht verständlich und nebenwirkungsfrei einsetzbar ist.

Crab Apple-bachblüten

Crab Apple

Dr. Bach war überzeugt davon, dass jeder von uns für sein Wohlbefinden und seine Gesundheit verantwortlich sei. Auf sanfte Weise stellen die Bach-Blüten das innere Gleichgewicht wieder her, indem negative Emotionen oder ungünstige mentale Haltungen reduziert oder aufgelöst werden.
Welche Bach-Blüte brauchen Sie?

Lesen Sie folgende Liste durch und wählen Sie die benötigten Mittel aus. Wenn mehr als sieben Mittel in Frage kommen, fragen Sie sich folgendes:

  • Wie fühle ich mich im Moment?
  • Was will ich ändern?
  • Was ist im Moment das, was mich am meisten belastet?

So können Sie Prioritäten herausfinden. Es ist empfehlenswert nicht mehr als sieben Mittel zu kombinieren. So erhalten Sie Ihre individuelle Einzelkombination (mit sieben Komponenten) für Ihre momentane Situation. Falls es Ihnen schwer fällt die Fragen eindeutig zu beantworten, überlegen Sie ob Sie eine Beratung in Anspruch nehmen möchten. Bei Erwachsenen ist es sinnvoll, die Zahl der Mittel auf 7 zu begrenzen, bei Kindern sind meistens weniger nötig. Diese Einzelmittel werden dann gemischt, um eine neue individuelle Mischung herzustellen.

Gruppe I: Bei ANGST und FURCHT

CherrPlumSite

Cherry Plum

  • ASPEN (Populus tremula, Zitterpappel) Angst vor dem Unbekannten, diffuse Angst, Alpträume, fehlendes Urvertrauen, unbestimmte, vage Ängste. Die Ängste können nur schwer beschrieben werden.
  • MIMULUS (Mimulus guttatus, gefleckte Gauklerblume) Furcht vor bestimmten, bekannten Dingen z.B. Prüfungen, Spinnen, Hunde, Keime, Zahnarzt usw. Die Ängste können beschrieben werden.
  • CHERRY PLUM (Prunus cerasifera, Kirschpflaume) Furcht, die Selbstkontrolle zu verlieren, drohender Nervenzusammenbruch, “Ich habe Angst, auszurasten/etwas Schreckliches zu tun.” Hohe innere Anspannung.
  • ROCK ROSE (Helianthemum nummularium, Gelbes Sonnenröschen) Starke Angst und Panik durch krisenhafte Situation oder Alptraum, wenn Angst körperlich wird (mit Herzklopfen, Schweißausbrüchen, Durchfall usw.).
  • RED CHESTNUT (Aesculus carnea, Rote Kastanie) Übermäßige Sorge und Angst um andere, Angst, von äußeren Ereignissen zu sehr berührt zu sein. Mitleiden statt mitfühlen.

Gruppe II: Bei UNSICHERHEIT

  • CERATO (Ceratostigma willmottiana, Bleiwurz) Gefühl von Unsicherheit und Unzulänglichkeit; traut eigenem Urteil nicht. Sucht deswegen Rat und Bestätigung bei anderen: “Was soll ich tun?”
  • SCLERANTHUS (S.annuus, Einjähriger Knäuel) Unsicherheit weil Entscheidungsfähigkeit schwach ist. Unentschlossenheit, Zögern, Konzentrationsprobleme, Sprunghaftigkeit, leicht ablenkbar “Ich kann mich nicht entscheiden.”
  • GENTIAN (Gentiana amarella, Herbstenzian) Unsicherheit durch Mangel an Zuversicht auf Grund entmutigender Erfahrungen. Gibt leicht auf; deswegen entmutigt (situativ!); Schwäche nach Krankheit. Wirft schnell die Flinte ins Korn, fängt sich aber wieder.
  • GORSE (Ulex europaeus, Stechginster) Hoffnungslosigkeit, äußerst niedergeschlagen aber tränenlos, schwierige äußere Umstände; “Ich gebe auf, es nützt alles nichts” (Unsicher weil die Hoffnung verloren gegangen ist.)
  • HORNBEAM (Carpinus betulus, Hainbuche) Mangel an „Anpackenergie“, Müdigkeitsgefühl bei Gedanken an Arbeit, “Montagmorgengefühl.” Schiebt Verpflichtungen vor sich her, fühlt sich ausgelaugt. Unsicher durch Gedanken wie: “Ich glaube nicht, dass ich es schaffe”; Geistiger Widerwille im Zusammenhang mit Aufgaben.
  • WILD OAT (Bromus ramosus, Waldtrespe) am Scheideweg bei Lebenswegfindung. Zweifel, Unsicherheit und Unzufriedenheit über die Lebensaufgabe, Unschlüssigkeit: “Ich weiß nicht, was ich tun soll.” Wenn die klare Vorstellung vom Leben und wohin „die Reise“ gehen soll, fehlen. (Monate lange Einnahme kann erforderlich sein).

Gruppe III: GLEICHGÜLTIGKEIT GEGENÜBER DER UMGEBUNG

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Honeysuckle

  • CLEMATIS (Clematis vitalba, Weiße Waldrebe) Verträumt und unaufmerksam, unkonzentriert – “sich treiben lassen und träumen”, nicht präsent, fehlende Geistesgegenwärtigkeit, Vergesslichkeit.
  • HONEYSUCKLE (Lonicera caprifolium, Geißblatt) Mit Gedanken in der Vergangenheit verhaftet. Nostalgie, Heimweh, schmerzhafter Wehmut; “Damals war alles so schön.”
  • WILD ROSE (Rosa canina, Heckenrose) Unternimmt nichts, um Situation zu ändern; Apathie, Passivität, Desinteresse, Resignation: “Mir ist alles egal – es klappt sowieso nicht” (obwohl die Umstände nicht unbedingt so schwierig sind).
  • OLIVE (Olea europaea, Ölbaum) Geistige und körperliche Erschöpfung, Müdigkeit; “Ich bin fertig und ausgelaugt.”
  • WHITE CHESTNUT (Aesculus hippocastanum, Roßkastanie) Beunruhigende, quälende Gedanken kreisen im Kopf, deswegen u.a. Schlafprobleme. Fruchtloses Problemwälzen und Selbst-gespräche; “es geht mir nicht aus dem Sinn.”
  • MUSTARD (Sinapis arvensis, Wilder Senf) Niedergeschlagenheit und Depression: „Schwarze Wolke“ “Warum bin ich so traurig und bedrückt?” Achtung: echte Depressionen sollten unbedingt ärztlich behandelt werden.
  • CHESTNUT BUD (Aesculus hippocastanum, Roßkastanie) Unfähigkeit aus Erfahrung zu lernen, macht immer wieder die gleichen Fehler. Lernt nicht aus schlechten Erfahrungen. Hilfreich bei schulischen Lernproblemen.

Gruppe IV: Bei EINSAMKEIT

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Chicory

  • WATER VIOLET (Hottonia palustris, Sumpfwasserfeder) Gefühl der Überlegenheit, Stolz und Zurückhaltung, unabhängigkeitsliebende Individualisten. Bei Ermüdung oder Erkrankung Neigung zum inneren Rückzug.
  • IMPATIENS (I. glandulifera, Drüsentragendes Springkraut) Ungeduld und Reizbarkeit weil alles scheinbar zu langsam Vorwärts geht. Eigene Kompetenz und Effizienz führen zu Unduldsamkeit gegenüber anderen. Deswegen angespannt. “Lass mich das selbst machen, es geht mir nicht schnell genug” „Hurry Sickness“.
  • HEATHER (Calluna vulgaris, Heide) Übermäßige Selbstbezogenheit, Redeschwall, möchte im Mittelpunkt sein, Selbstinszenierung und Geltungsbedürfnis. Kann nicht gut allein sein.

 

Gruppe V: Bei ÜBEREMPFINDLICHKEIT

Juglans-bachblüten

Walnut

  • AGRIMONY (Agrimonia europaea, Odermennig) Verbirgt Probleme hinter fröhlicher Fassade oder Süchten Konfliktscheu; “Es geht mir gut”, (auch wenn es nicht so ist). Fehlende Authentizität, innere Spannungen die nicht nach außen gezeigt werden. Deswegen Künstlichkeit.
  • CENTAURY (Centaurium umbellatum) Willensschwäche und Beeinflussbarkeit. Lässt sich ausnutzten, kann nicht gut NEIN sagen und sich abgrenzen gegenüber den Bedürfnissen anderer. Im extrem Fall: Servilität.
  • WALNUT (Juglans regia, Walnuß) Schutz bei Veränderungen und vor äußeren Einflüssen “Kettensprenger” für Zeiten von Veränderungen. Bei Anpassungsproblemen in neuen Lebensphasen z.B. Mutter werden, neue Arbeit, Umzug, Beziehungsende usw.
  • HOLLY (Ilex aquifolium, Stechpalme) Unfreundlichkeit, Eifersucht, Neid, Rache- und Hassgefühle: hartherzig, jähzornig, Aggression.

Gruppe VI: Bei MUTLOSIGKEIT UND VERZWEIFLUNG

  • LARCH (Larix decidua, Lärche) Minderwertigkeitsgefühle, Versagensängste von vornherein: “Das schaffe ich nicht” – Larch fördert das Selbstvertrauen. Wichtig bei Kindern die schulischen Problemen haben, z.B. sich gegenüber anderen zu behaupten oder sich minderwertig fühlen weil sie „schlechte“ Noten haben.
  • PINE (Pinus sylvestris, Kiefer) Selbstvorwürfe und Schuldgefühle, Gewissensbisse. Starke moralische Vorstellung von was richtig und falsch ist.
  • ELM (Ulmus procera, Ulme) Erschöpfung durch Gefühl der Überforderung und durch Verantwortung. “Es ist mir alles zuviel”.
  • SWEET CHESTNUT (Castanea sativa, Edelkastanie) Extreme Verzweiflung und schmerzhafte Traurigkeit, Grenze der Belastbarkeit erreicht. Viele Tränen, Ausweglosigkeit.
  • STAR OF BETHLEHEM (Ornithogalum umbellatum) Folgen eines Schocks oder Traumas auf seelischer und/oder körperlicher Ebene, starrer Gesichtsausdruck, monotone Stimme.
  • WILLOW (Salix vitellina, Gelbe Weide) Bitterkeit, Hadern und Groll, macht andere für eigene „Opfersituation“ verantwortlich: “Das ist nicht fair”; Selbstmitleid. Kann Vergangenheit nicht loslassen, kann nicht verzeihen.
  • OAK (Quercus robur, Stieleiche) Hohe Leistungsbereitschaft, arbeitet sehr viel bis hin zur „Workaholic“, hohe Durchhaltevermögen, kämpft trotz Erschöpfung weiter: “Ich muss durchhalten”; starkes Pflichtgefühl, jammert jedoch nicht über die viele Arbeit. Angespannt. Krankheit wird als Versagen gesehen.
  • CRAB APPLE (Malus sylvestris, Holzapfel) Gefühl der Unreinheit, Minderwertigkeit, geringes Selbstwertgefühl und /oder Selbstabneigung und Zwänge; Crab Apple ist das “Reinigungsmittel” unter den Bach-Blüten.

Gruppe VII: ÜBERGROSSES ENGAGEMENT FÜR ANDERE

Rock Water-bachblüten

Rock Water

  • CHICORY (Cichorium intybus, Wegwarte) Will über andere Menschen verfügen, Besitzergreifend und übermäßig beschützend. Manipulierende Fürsorge oder emotionale Erpressung: “Das habe doch ich alles nur für Dich getan.”
  • VERVAIN (Verbena officinalis, Eisenkraut) Will andere überzeugen, missionarische Eifer, fanatisch. Übermäßiger Enthusiasmus; Starker Gerechtigkeitssinn: “dagegen müssen wir was unternehmen.”
  • VINE (Vitis vinifera, Wein) Will andere dominieren, ist unflexibel und / oder intolerant. Starke Selbstbehauptung, Rücksichtslosigkeit, “es ist nur zu deinem Besten”; Tyrannen. Viel „Gestalter Energie“.
  • BEECH (Fagus sylvatica, Rotbuche) Will andere Menschen verändern, kritisiert viel, Kleinigkeiten stören. Kritik, Intoleranz, Vorurteile: “mit euch stimmt was nicht.”
  • ROCK WATER (Aqua Petri, Quellwasser) Will Vorbild sein, Selbstunterdrückung, Selbstverleugnung, übermäßige Disziplin legt zu hohe Maßstäbe an sich selbst, dogmatisch “ich darf nicht”. Askese. Wenig Lebensfreunde.

Wie werden Bach-Blüten eingenommen?

Es gibt zwei gängige Arten Bach-Blüten einzunehmen:

1) Die ausgesuchte Kombination können Sie in Ihrer Apotheke mischen lassen als 30ml Behandlungsflasche. Hiervon nehmen Sie mindestens vier Mal vier Tropfen täglich. Sie können auch stündlich vier Tropfen nehmen, oder sechs Mal vier Tropfen täglich nehmen. Empfehlenswert ist ein Zeitrahmen von ca. drei Wochen damit die sanfte Wirkung der Bach-Blüten sich zeigt.

2) Sie können die Stock Bottles (Vorratsflasachen) kaufen, und täglich zwei Tropfen von den ausgesuchten Mitteln in ein Glas Wasser geben und einnehmen. Diese Einnahmeart hat den Vorteil der Flexibilität aber auch hier sind drei Wochen Einnahmezeit empfehlenswert.

Anwendungsgebiete:

Die Bach-Blüten sind auch besonders wirksam bei Beschwerden, Störungen und Krankheiten, die eine deutlich erkennbare psychische Komponente aufweisen, z.B. Beschwerden, die durch Spannung und Stress verursacht werden.

Krankheiten oder der körperliche Zustand stehen bei der Behandlung nicht im Vordergrund und können nicht behandelt werden. Es keine Bach-Blüten z.B. gegen wiederkehrenden Schnupfen, Spannungskopfschmerzen oder Wechseljahresbeschwerden usw., aber sehr wohl Blüten für den psychischen Zustand einer Person, die unter wiederkehrendem Schnupfen usw. leidet, z.B. Selbstmitleid, Schwäche, Erschöpfung oder Verzweiflung.

Durch die Einnahme von Bach-Blüten können Menschen angeregt werden, auf Schwierigkeiten anders als gewohnt zu reagieren oder anders mit Problemen umzugehen. Zur Arbeit mit Bach-Blüten gehört jedoch ein aufrichtiges Beobachten, um emotionale/mentale Muster in nicht bewertender Weise zu erkennen.

Die Anwendung der verschiedenen Bach-Blüten ist eine optimale unterstützende Ansatz, wenn behandlungsbedürftige emotionale Leiden vorliegen. Diese System ist ganzheitlich, das heißt, die ganze Person wird betrachtet, nicht nur Symptome, und sie ist frei von Nebenwirkungen.

Die Bach-Blüten können eine medizinische Behandlung nicht ersetzten.